Auswahl unserer angebotenen Sportarten
IGP-Sport: Die Vielseitigkeitsprüfung für Hund und Halter
Der IGP-Sport (Internationale Gebrauchshundprüfung) ist eine der ältesten und anspruchsvollsten Hundesportarten der Welt. Er wurde entwickelt, um die natürlichen Anlagen,
die Intelligenz und die körperliche Fitness unserer Hunde in einem harmonischen Zusammenspiel mit dem Menschen zu fördern.
Das Besondere am IGP-Sport ist seine Vielseitigkeit. Ein Team wird nicht nur in einem Bereich gefordert, sondern muss sein Können in drei völlig unterschiedlichen Disziplinen unter Beweis stellen:
- Abteilung A – Fährtenarbeit: Hier ist die feine Nase und die hohe Konzentrationsfähigkeit des Hundes gefragt. Es geht um Ruhe, Ausdauer und die exakte Suche auf natürlichem Boden.
- Abteilung B – Unterordnung: Diese Disziplin zeigt die enge Bindung und den Gehorsam. Im Fokus stehen Arbeitsfreude, Präzision und die sichtbare Harmonie zwischen Mensch und Hund.
- Abteilung C – Schutzdienst: Hier beweist der Hund seine Nervenstärke, seine Kontrollierbarkeit in hoher Trieblage und sein Selbstbewusstsein – immer im sportlichen Spiel um die „Beute“ (den Ärmel).
Zusammen bilden diese drei Säulen eine ganzheitliche Ausbildung, die den Hund geistig und körperlich voll auslastet. Es ist ein Sport für alle, die fasziniert davon sind, wozu ein gut trainiertes Team aus Mensch und Hund fähig ist.
Fährtenarbeit im IGP-Sport: Der Nase nach!
Die Fährtenarbeit ist die „Königsdisziplin“ für die feine Nase unserer Hunde. In der IGP (Internationale Gebrauchshundprüfung) geht es nicht nur darum,
dass der Hund eine Spur findet, sondern wie er dies tut: mit hoher Konzentration, Ruhe und Präzision.
So läuft eine IGP-Fährte ab:
- Das Legen der Fährte: Je nach Prüfungsstufe (IGP 1–3) legt entweder der Hundeführer selbst oder ein Fremdfährtenleger eine Spur auf natürlichem Gelände (z. B. Acker oder Wiese).
- Dabei werden in bestimmten Abständen Gegenstände (aus Holz, Leder oder Filz) abgelegt.
- Die Liegezeit: Die Fährte muss eine gewisse Zeit „ruhen“ (zwischen 20 und 60 Minuten), damit sich der Eigengeruch des Legers mit den Bodenverletzungen vermischen kann.
- Das Ausarbeiten: Der Hund wird an einer 10 Meter langen Schleppleine oder am Fährtenriemen angesetzt. Er soll die Spur mit tiefer Nase intensiv und gleichmäßig verfolgen.
- Die Winkel: Eine Fährte ist keine gerade Linie. Sie enthält rechte Winkel, die der Hund exakt ausarbeiten muss, ohne die Spur zu verlieren oder weit zu überlaufen.
- Das Verweisen: Findet der Hund einen Gegenstand, muss er diesen „verweisen“. Das bedeutet, er zeigt dem Hundeführer den Fund an – meistens,
- indem er sich direkt davor hinlegt (Platz), ohne den Gegenstand aufzunehmen oder zu spielen.
Was macht ein gutes Team aus?
Bei der IGP-Fährte wird besonders auf die Arbeitsfreude und die Sicherheit des Hundes geachtet.
Es ist ein faszinierendes Zusammenspiel aus dem natürlichen Instinkt des Hundes und dem Vertrauen zum Hundeführer am anderen Ende der Leine.
Schutzdienst im IGP-Sport: Teamarbeit und Gehorsam
Der Schutzdienst ist der wohl dynamischste Teil der IGP-Prüfung. Entgegen vieler Vorurteile geht es hier nicht um Aggression,
sondern um ein kontrolliertes Wechselspiel zwischen hoher Trieblage und absolutem Gehorsam. Der Hund zeigt hier sein Talent als belastbarer und führiger Partner.
So funktioniert der Schutzdienst:
- Das Revieren: Der Hund muss mehrere „Verstecke“ (Verstecke) im Galopp umlaufen, um den Helfer zu finden.
- Stellen und Verbellen: Hat der Hund den Helfer gefunden, muss er diesen aktiv und druckvoll verbellen, ohne ihn jedoch zu berühren oder zu beißen.
- Fluchtvereitelung: Versucht der Helfer zu fliehen, muss der Hund dies durch einen gezielten Griff in den Schutzärmel verhindern.
- Gehorsam unter Belastung: Das wichtigste Element ist das „Aus“: Sobald der Helfer die Bewegung einstellt und der Hundeführer das Kommando gibt, muss der Hund sofort und sauber loslassen.
Ein Sportgerät, keine Waffe: Der Beutetrieb im Fokus
Ein entscheidender Punkt, der uns besonders am Herzen liegt: Im IGP-Schutzdienst steht ausschließlich der Beutetrieb im Vordergrund.
Wichtig zu wissen: Der Hund sieht im Schutzärmel sein Spielzeug (die Beute). Es geht niemals darum, einen Menschen anzugreifen.
Unsere Hunde werden NICHT zivil gehetzt. Außerhalb des Hundeplatzes und ohne den geliebten „Beute-Ärmel“ ist der Helfer für den Hund ein ganz normaler Mensch.
Unterordnung im IGP-Sport: Harmonie auf sechs Pfoten
Die Unterordnung ist das Fundament des IGP-Sports. Hier geht es nicht um sturen Drill, sondern um die sichtbare Freude des Hundes an der Zusammenarbeit mit seinem Menschen. Gefragt sind Präzision, Schnelligkeit und eine enge Bindung.
Die Kernelemente der Unterordnung:
- Leinenführigkeit und Freifolge: Der Hund folgt dem Hundeführer aufmerksam und dicht an der Seite – egal ob mit oder ohne Leine, in verschiedenen Tempi und durch eine Gruppe von Menschen.
- Sitz-, Platz- und Steh-Übungen: Aus der Bewegung heraus muss der Hund diese Positionen sofort einnehmen und verharren, während der Hundeführer sich weiter entfernt.
- Das Apportieren: Der Hund bringt ein Holz auf ebener Erde, über eine Hürde (1 Meter) und über eine Schrägwand (1,80 Meter) schnell und freudig zurück.
- Voraussenden mit Hinlegen: Auf Befehl läuft der Hund zielstrebig eine weite Strecke vom Hundeführer weg und legt sich auf Kommando sofort flach hin.
- Dauerablage: Während ein anderes Team seine Übungen zeigt, muss der Hund an einem zugewiesenen Platz ruhig liegen bleiben – auch wenn der Hundeführer außer Sichtweite ist.
Mehr als „nur“ eine Disziplin
Die Unterordnung ist weit mehr als nur ein Teil der IGP-Prüfung. Sie fördert die Kommunikation und das Vertrauen zwischen Mensch und Hund massiv.
Voraussetzung für alles Weitere: Ein solider Grundgehorsam, wie er in der Unterordnung trainiert wird, ist die Basis für fast alle anderen Hundesportarten.
Egal ob Agility, Obedience oder Rettungshundearbeit – die Elemente der Unterordnung sind oft die Grundvoraussetzung für den Einstieg in den Sport und für das Bestehen der Begleithundprüfung (BH),
die das Tor zu allen weiteren sportlichen Erfolgen öffnet.
Rally Obedience: Kommunikation und Spaß im Parcours
Rally Obedience (RO) ist die perfekte Sportart für alle, die sich eine abwechslungsreiche Zusammenarbeit mit ihrem Hund wünschen, bei der Präzision und Spaß Hand in Hand gehen.
Im Gegensatz zur klassischen Unterordnung ist hier ausdrückliche Kommunikation erlaubt – Sie dürfen Ihren Hund während des gesamten Laufs anfeuern, motivieren und mit Sichtzeichen unterstützen.
So funktioniert Rally Obedience:
- Der Parcours: Das Team durchläuft einen Parcours aus verschiedenen Stationen. Jede Station wird durch ein Schild markiert, das angibt, welche Übung dort auszuführen ist.
- Die Schilder: Die Übungen bestehen aus Elementen wie Sitz, Platz, Steh, Drehungen (z. B. 270° oder 360°), Slalom um Pylonen oder dem Abrufen über Hürden.
- Zeit und Punkte: Ein Lauf wird bewertet, wobei das Team mit 100 Punkten startet. Abzüge gibt es für Fehler bei der Ausführung. Die Zeit spielt meist nur bei Punktegleichstand eine Rolle – Sorgfalt geht vor Schnelligkeit.
- Ständiger Dialog: Der Hundeführer darf ununterbrochen mit dem Hund sprechen. Diese positive Interaktion stärkt die Bindung und sorgt für eine fröhliche Arbeitsatmosphäre.
Für wen ist RO geeignet?
Das Schöne am Rally Obedience ist seine Inklusivität. Da die körperliche Belastung im Vergleich zu anderen Sportarten
geringer ist und der Parcours individuell angepasst werden kann, eignet sich RO für fast jedes Team:
- Vom Junghund bis zum Senior.
- Für Menschen mit körperlichen Einschränkungen (der Parcours ist oft barrierefrei gestaltbar).
- Für Hunde aller Rassen und Größen.
Wusstest du schon? Rally Obedience ist der ideale Einstieg in die Welt des Hundesports. Viele Elemente finden sich auch in der Begleithundprüfung oder der IGP-Unterordnung wieder,
werden hier aber in einem wesentlich lockereren und spielerischeren Rahmen trainiert. Es ist die perfekte Vorbereitung, um die Aufmerksamkeit des Hundes unter Ablenkung zu festigen!